Presse
22.12.2014

Gas macht Karbonfasern günstiger

Mit sehr hoher Temperaturgleichmäßigkeit zur Herstellung von Hochleistungskarbonfaser

Mit der Entwicklung auf dem Energiesektor und dem Bestreben sowohl Energieverbrauch /-kosten als auch CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, wächst die Bedeutung der Karbonfaser als Konstruktionswerkstoff. Da diese besonders leicht sind, werden sie z.B. im Flugzeugbau (z.B. Airbus, Boeing), bei den Rotoren der großen Offshore-Windkraftanlagen und in der Automobilindustrie zur Verstärkung von Sicherheitskomponenten bis hin zu kompletten Karosserien (z.B. BMW i3) eingesetzt. Ruhstrat GmbH (Bovenden) liefert spezielle Wärmebehandlungsanlagen (Karbonisierungs- und Grafitierungsanlagen) an die Karbonfaserindustrie. Diese Industrieofenanlagen von Ruhstrat ermöglichen Produktionskapazitäten von weit über 2500 Tonnen Karbonfasern pro Jahr.

Auf Grund der weltweiten Preisentwicklung von Elektroenergie wird die Nachfrage nach gasbeheizten LT-Öfen immer größer.

Der gesamte Herstellungsprozess der Karbonfaser ist sehr energieintensiv. In den modernen Karbonisierungslinien zur Herstellung von Hochleistungskarbonfasern kommen auf Grund der geforderten Temperaturgleichmäßigkeit über die gesamte Produktionsbreite ausschließlich elektrisch beheizte Karbonisierungsöfen mit Flächenheizsystemen zum Einsatz. Um eine wirtschaftliche Herstellung von Karbonfasern auch in Ländern mit hohen Energiekosten (wie in Deutschland) zu ermöglichen, ist es erforderlich den Energieverbrauch zu reduzieren und auf die in den Energiekosten wesentlich günstigere Gasbeheizung zu wechseln.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt, welches am 30.04.2014 erfolgreich abgeschlossen werden konnte, wurde von der Europäischen Union mit 25% Zuschuss gefördert. Ziel war es, den weltweit ersten gasbeheizten LT-Ofen mit vergleichbarer hoher Temperaturgleichmäßigkeit zu entwickeln und zu testen, mit dem Hochleistungskarbonfasern für die Massenanwendung hergestellt werden können.

Ein weiterer vorteilhafter Aspekt ist die Bilanz der CO²-Emission. Mit der Umstellung von Elektroenergie auf Erdgas werden die CO²-Emissionen um weit über die Hälfte reduziert.

Durch dieses Innovationsprojekt können also nicht nur die technischen Anforderungen erreicht werden (die hohe Temperaturgleichmäßigkeit wie bei elektrisch beheizten Öfen), sondern auch noch die Betriebskosten, die CO²-Emissionen und die Energieverluste reduziert werden. Des Weiteren ermöglicht es die wirtschaftliche Herstellung von Karbonfaser und somit Sicherung der Arbeitsplätze am Standort Deutschland.

Ruhstrat hat sich mit diesem Projekt für den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben.

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